Das Kulturamt blickt zurück

Ereignisreiches Jahr geht zu Ende: 3-Länder-Stadt Festival mit Besucherrekord / Viele weitere Veranstaltungen

Das Leitungsteam des Kulturamts (v. l.): Ellen Benz (Leitung Stadtbibliothek), Ines Haag (Leitung VHS), Peter Spörrer (Leitung Kulturamt), Dr. Barbara Brutscher (Leitung Museen & Galerie) und Ariane Mathäus (Leitung Musikschule). Foto: Bettina Matthiessen

Traditionell beginnt das Weiler Kulturjahr direkt am 1. Januar mit dem Neujahrskonzert in der Ötlinger Kirche. Auch 2025 gelang es dem Trio Cantabile, bestehend aus Heiner Krause, Heike Rügert und Irmtraud Tarr, dort die Kirchenbänke zu füllen und für einen stimmungsvollen und beschwingten Start in das Jahr zu sorgen. Einer langjährigen Tradition folgend hat sich das Kulturamt erneut am Hüninger Festival „Compli’Cité“ beteiligt, in diesem Jahr mit einem Konzert der elsässischen Pop- und Folk-Band Babüsk. Auf generell großen Zuspruch stießen die Sonntagsmatinéen im Trauraum des Rathauses. Die in der Regel einstündigen Konzerte lockten eine Vielzahl von Menschen in den repräsentativen Raum mit dem tollen Ausblick. Die Reihe der „Kesselhaus Sessions“, bei der Elektronische Musik auf Klassik oder klassische Instrumente trifft, wurde mit einem Konzert von nandman, das unter dem Titel "Bach Meets Electro" stand, fortgesetzt.
 
Neu ins Leben gerufen hat Kulturamtsleiter Peter Spörrer in diesem Jahr das „Comedy Haus“. Bei dieser Reihe im Haus der Volksbildung treten an einem Abend vier Comedians auf, die alle ungefähr ein halbstündiges Set spielen. Für dieses neue Format konnten beispielsweise schon Simon Pearce, Marvin Hoffmann von „4 Feinde“, Florentine Osche, Yannick de la Pêche, Hendrik Brehmer oder Ana Lucía gewonnen werden. Der Publikumszuspruch war groß, so war die Auftaktveranstaltung ausverkauft.
 
Die Internationale Schopfheimer Mund-Art Literatur-Werkstatt hat das Kulturamt wieder mit einer Veranstaltung in der Städtischen Galerie Stapflehus gefördert. Auch Projekte des Vereins Kulturzentrum Kesselhaus wurden unterstützt, beispielsweise der Frauenkleidermarkt oder der Kunsthandwerksmarkt. Im Bereich Theater gab es wieder Kooperationen mit Tempus Fugit und Simone Lüdi hat im Auftrag des Amtes erneut mit dem Kesselhaus-Ensemble ein Werk erarbeitet und aufgeführt.
 
Ein Großprojekt des Kulturamts war im Mai das ESC-Festival. Mit einem exklusiven Konzert der ersten deutschen ESC-Siegerin Nicole sowie vielen weiteren Veranstaltungen, auch von Weiler Musikvereinen, wurde anlässlich des Eurovision Song Contest (ESC) in Basel ein abwechslungsreiches einwöchiges Programm angeboten, das sich sowohl an eingefleischte Fans des weltweit reichweitenstärksten Musikwettbewerbs als auch an die Weiler Bevölkerung gerichtet hat. Sechs TV-Beiträge, ein Radiointerview und mehr als 60 Zeitungsartikel sowie etliche Online-Publikationen zeugen von der großen Anzahl an Menschen, die das Kulturamt mit diesem Festival weit über die Grenzen der Stadt hinaus medial erreichen konnte.
 
Bei der zweiten Großveranstaltung des Amtes, dem von der Sparkasse Markgräflerland präsentierten 3-Länder-Stadt Festival (3LSF), musste am 2. August während des Konzerts von Michael Schulte sogar der Zugang reguliert werden, weil der Rathausplatz sonst überfüllt gewesen wäre. Das zweitägige Festival lockte tausende Menschen bei freiem Eintritt auf das Areal, das sich erneut vom Rathausplatz über die Schiller- und Hauptstraße zum Sparkassenplatz erstreckte. Auf der Vereins-Meile verkauften 17 Weiler Gruppierungen leckere Speisen und Getränke. Die vielen Gäste sorgten für hohe Umsätze und gut gefüllte Vereinskassen.
 
Fortgeführt wurden 2025 die nach wie vor gut besuchten Poetry Slams im Kesselhaus und auch der „Tag der Kunst“ im Art-Dorf Ötlingen wurde wieder finanziell und mit Sicherheitsequipment unterstützt. Das Format „Runder Tisch Kultur“, zu dem alle Weiler Kulturschaffenden eingeladen waren, fand im Herbst zum zweiten Mal statt und sorgte für eine informelle Austauschmöglichkeit der verschiedensten Vereine, Gruppierungen und Einzelpersonen. Dudley Taft schaffte es bei den Weiler Bluesnächten den Gewölbekeller im Alten Rathaus auszuverkaufen und im Rahmen des Markgräfler Musikherbst lockte das Konzert des Mandelring Quartetts eine beachtliche Anzahl von Menschen in die Kirche in Altweil.
 
Ein positives Fazit ziehen auch die vier Abteilungen des Kulturamts:
 
Musikschule
Dank hochqualifizierter Lehrender und talentierter Schüler*innen wurden auch 2025 sowohl beim Landeswettbewerb als auch beim Bundeswettbewerb von „Jugend Musiziert“ Preise erspielt. Eine großzügige finanzielle Unterstützung der Sparkasse Markgräflerland und weiterer Förderer ermöglichte eine neue umfangreiche Kooperation mit der Hans-Thoma-Schule Haltingen im Bereich Klassenmusizieren. Bonds Big Band feierte ihr 15-jähriges Jubiläum und war mit dem Band Leader Christian Leitherer auf mehreren Konzertreisen, unter anderem in Katalonien. Unterwegs war auch das City Connect Orchestra (CCO) mit seiner Dirigentin und Musikschulleiterin Ariane Mathäus. Eine Orchesterfahrt führte das Ensemble in die thüringische Musikstadt Sondershausen und in das Bach Haus in Eisenach.
 
Volkshochschule
Der Fachbereich Kultur und Gestalten konnte mit drei neuen Keramikkursen so stark erweitert werden, dass nun eine optimale Auslastung der Räumlichkeiten der VHS im Kulturzentrum Kesselhaus gewährleistet ist. Besonders erfolgreich war die Gruppe der Stadtführenden, die durchschnittlich 30 Teilnehmende bei ihren Touren verzeichnen konnten. Diese Angebote gehören damit zu den am besten ausgelasteten Kursen. Auch wirtschaftlich war die Weiler Volkshochschule unter der Leitung von Ines Haag erfolgreich, so konnten Einsparungen ermöglicht werden, ohne, dass es zu Angebotsreduzierungen oder qualitativen Verlusten kam.
 
Stadtbibliothek
Ein wichtiger Meilenstein für die Stadtbibliothek mit ihrer Leiterin Ellen Benz war in diesem Jahr die Erarbeitung eines Leitbilds. In einem zweitägigen Workshop wurde eine zukunftsweisende Identität für die Stadtbibliothek entwickelt. Außerdem haben die DHBW Hochschulbibliothek Lörrach und die Stadtbibliothek Weil am Rhein eine Zusammenarbeit gestartet. Im Mittelpunkt stehen ein strukturierter Ideen- und Erfahrungsaustausch zu zukunftsweisenden Bibliotheksthemen sowie gemeinsame Informations- und Veranstaltungsformate. Die Anzahl der Besucher*innen ist 2025 gestiegen. Immer mehr Menschen schätzen die Bibliothek als Aufenthaltsort, unter anderem zum Lesen, zum Arbeiten im freien WLAN oder zum gemeinsamen Lernen.
 
Museen & Galerie
Im Museum am Lindenplatz und dem Museum Weiler Textilgeschichte hat Abteilungsleiterin Dr. Barbara Brutscher Ausstellungen anlässlich Hans Theo Baumanns 100. Geburtstag kuratiert. Aufgrund der guten Besucherzahlen wurde die Ausstellung im Museum am Lindenplatz um vier Monate verlängert. Im Museum Weiler Textilgeschichte ist seit Oktober die Schüler*innen-Ausstellung „Die Fäden in der Hand. Eine Reise in die Welt der Marionetten und Puppe“ zu sehen. Die Dorfstube Ötlingen gab Einblicke in das Schaffen und Leben des Ötlinger Malers Hermann Daur. Im Landwirtschaftsmuseum lief unter dem Titel „Das Fremde im Vertrauten“ eine Sonderausstellung mit Objekten, Zeichnungen und Fotos, die im Rahmen des Kunstunterrichtes entstanden. Zudem wurde das 35-jährige Bestehen mit einem bunten Rahmenprogramm gefeiert, das bei der Bevölkerung großen Zuspruch fand. Außerordentlich gut besucht war die Sonderausstellung „DARE / Sigi von Koeding“ in der Städtischen Galerie Stapflehus. Unter der neuen Leitung des Hauses, Dr. Isabel Balzer, wurde dort Ende November im Rahmen der „Regionale 26“ ein Schau zeitgenössischer Kunst mit dem Titel „Axis Mundi“ eröffnet.
 
Kulturamtsleiter Peter Spörrer verweist vor allem auf die Menschen, die hinter diesen Erfolgen stehen: „Ohne die vielen engagierten Mitarbeitenden in den vier Abteilungen des Kulturamts und in meinem Team könnte das Fazit dieses Kulturjahres lange nicht so positiv ausfallen. Ich bin sehr dankbar, dass bei uns sowohl auf Leitungsebene in den Abteilungen als auch in den verschiedenen Teams hervorragende Arbeit geleistet wird.“ Auch sei es trotz gewisser Unwägbarkeiten insbesondere bei den Großveranstaltungen des Amtes erneut gelungen, mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln auszukommen: „Es freut mich sehr, dass es abteilungsübergreifend möglich war, inhaltlich beeindruckende Ergebnisse und wirtschaftlich verantwortungsvolles Handeln in Einklang zu bringen.“
 
Neuer Veranstaltungskalender
Das Kulturamt bietet seit diesem Jahr einen neuen, gedruckten Veranstaltungskalender an. Dieser erscheint in der Regel quartalsweise und er liegt im Rathaus sowie an einigen weiteren Stellen in der Stadt aus. Wer ihn regelmäßig per Post erhalten möchte, der kann ihn per E-Mail unter kulturamt@weil-am-rhein.de oder telefonisch unter 07621 704-412 abonnieren.

Das 3-Länder-Stadt Festival (3LSF) war auch wegen Michael Schulte ein echter Besuchermagnet. Foto: Oliver Welti