Lokales, historisch bedeutsames Gefecht 

Denkmal des Grafen von Hohenzollern-Haigerloch am Friedhof neu in Liste der Kulturdenkmale aufgenommen

Das Denkmal des Grafen von Hohenzollern-Haigerloch am Friedhof ist neu in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen worden. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Nolasco

Im Spanischen Erbfolgekrieg fand am 14. Oktober 1702 auf der Tüllinger Höhe die „Schlacht am Käferholz“ statt. Bei diesem Gefecht zwischen französischen und kaiserlichen Truppen verlor Feldmarschallleutnant Graf Franz Anton von Hohenzollern-Haigerloch sein Leben. Im Jahr 1904 wurde ihm zu Ehren ein Denkmal am Weiler Friedhof eingeweiht.
 
Das Denkmal des in kaiserlichen Diensten gefallenen Feldmarschallleutnants Grafen von Hohenzollern-Haigerloch (1655-1707) im Gewann „Am Haltinger Weg“ ist nun vom Landesamt für Denkmalpflege in die Liste der Kulturdenkmale in Baden-Württemberg aufgenommen worden. Es ist bis heute erhalten und gilt als eines der wenigen sichtbaren Zeugnisse der Kämpfe des Spanischen Erbfolgekriegs im Dreiländereck.
 
Das so genannte Hohenzollerndenkmal ist ein Obelisk aus poliertem Hartgestein. An der Front ist ein Relief aus Bronze angebracht, welches das Stammwappen des Hauses Hohenzollern darstellt - nämlich ein schräg stehender gevierter Wappenschild mit Stechhelm, der einen Brackenkopf als Helmzier hat.
 
Unter dem Wappen ist folgende Inschrift eingemeißelt: „Hier starb / am 14. Oktober 1702 in der / Schlacht gegen die Franzosen / Feldmarschall-Leutnant / Franz Anton /
Hohenzollen-Sigmaringen / den Heldentod. / Seinen Ahnen errichtet durch / Leopold / Fürst von Hohenzollern / 1902.“, eingeweiht am 11. April 1904
 
Zur Einweihungsfeier kam damals Hofrat von Zingeler, als Vertreter des auf Kur in Bordighera weilenden Fürsten Leopold von Hohenzollern (1835-1905). Der ebenfalls verhinderte Großherzog Friedrich I. von Baden wurde durch General von Müller und das Oberamt Lörrach durch den Oberamtmann Geheimrat von Kraft-Ebing vertreten.
 
Zurück ins Jahr 1702: Am 14. Oktober 1702 kam es zwischen den heutigen Städten Weil am Rhein und Lörrach zur Schlacht bei Friedlingen. Gegenüber standen sich französische und kaiserliche Truppen des Heiligen Römischen Reichs unter Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden („Türkenlouis“).
Da die Schlacht teilweise in dem Wald Käferholz ausgetragen wurde, wird sie in der historischen und regionalen Geschichtsschreibung auch als die Schlacht am Käferholz bezeichnet.
 
Zwar ging es aus dem Gefecht kein klarer Sieger hervor, allerdings konnte eine Vereinigung der französischen Truppen mit den Bayern zunächst verhindert werden. Wobei die namensgebende Wasserburg Friedlingen auf der Gemarkung des Ortsteils Friedlingen nach der Schlacht durch französische Truppen unter dem Maréchal général des camps et armées du roi, Claude-Louis-Hector de Villars (1653-1734), zerstört wurde.
 
Die Schlacht am Käferholz von 1702 ist ein lokales, aber historisch bedeutsames Gefecht und eng verbunden mit der Militärgeschichte des Markgräflerlands. Sie ist ein Beispiel dafür, wie stark die Region zwischen Frankreich und dem Reich umkämpft war. Die Region um Weil am Rhein, Tüllinger Höhe und Käferholz war strategisch wichtig, weil sie den Zugang zum Oberrhein und zu Basel kontrollierte.
 
Das Denkmal dokumentiere ein bedeutendes historisches Ereignis und ist aus wissenschaftlichen sowie aus heimatgeschichtlichen Gründen ein geschütztes Kulturdenkmal nach §2 Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg, erklärt das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Und weiter: „Das bezüglich seiner Gestaltung mit einem zeittypischen Grabmal vergleichbare Denkmal zeigt anschaulich, wie die Erinnerung an die Schlacht bei Friedlingen in der Epoche des Wilheminismus gepflegt und dem gefallenen Graf von Hohenzollern-Haigerloch ein ehrendes Denkmal im öffentlichen Raum gesetzt wurde.“
 
Dieses sei in besonderer Weise dazu geeignet und als Denkmal im öffentlichen Raum auch dazu bestimmt, den im Bewusstsein der Bevölkerung vorhandenen Bezug zur Schlacht bei Friedlingen zu veranschaulichen. „An der Erhaltung des Denkmals besteht ein öffentliches Interesse.“ 
 
 
Wer war Graf Franz Anton von Hohenzollern-Haigerloch?
 
Graf Franz Anton von Hohenzollern-Haigerloch stammte aus dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen der schwäbischen Hohenzollern. Er war der Sohn des regierenden Fürsten Meinrad l. von Hohenzollern-Sigmaringen sowie der Bruder des regierenden Fürsten Maximilian von Hohenzollern-Sigmaringen. Franz Anton erhielt  durch Erbteilung die Herrschaften Haigerloch und Werstein und gründete von Neuem die 1634 ausgestorbene Nebenlinie Hohenzollern-Haigerloch.
 
Von 1696 bis 1702 residierte Franz Anton von Hohenzollern-Haigerloch in Haigerloch, wo unter seiner Herrschaft (1697 - 1700) der neue Bau an Schloss Haigerloch entstand. Ab 1679 war er Reichsgeneral und Oberst des Kreis-Dragoner-Regimentes, später kaiserlicher Feldmarschallleutnant.
 
Da die beiden Söhne von Graf Franz Anton kirchlich erfolgreiche, aber politisch unbedeutende Geistliche waren, erlosch auch die späte Nebenlinie Hohenzollern-Haigerloch schon in der zweiten Generation. Mit dem Tod des Sohnes Franz Christoph Anton von Hohenzollern-Haigerloch (1699-1767) fiel das Territorium wieder an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen zurück.